ADSL2+

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Beschreibung

ADSL2+ / Extended bandwidth Asymmetric Digital Subscriber Line 2 ADSL2+ ist ADSL in der dritten Generation. Es ist vollständig abwärtskompatibel zu ADSL und ADSL2 und kann somit parallel im selben Leitungsbündel betrieben werden.
ADSL2+ als Weiterentwicklung von ADSL2 steht ganz im Zeichen der Steigerung der Übertragungsrate, der Reichweite und der Reduzierung der gegenseitigen Störungen innerhalb des Leitungsnetzes.
ADSL2+ hat robustere Übertragungsverfahren. Beim alten ADSL führen temporäre Störungen auf der Leitung zum Verlust der Synchronisation. Die Verbindung muss dann neu ausgehandelt werden. ADSL2+ gleicht Störungen besser aus, in dem es gestörte Trägerfrequenzen dynamisch ausblendet. Unter Umständen bricht dabei die Bandbreite ein, aber die Verbindung bleibt bestehen.

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DSL
ISDN

Themenkreis

Übertragungsgeschwindigkeit


ADSL2+ erreicht unter optimalen Bedingungen 25 MBit/s auf bis zu 1,5 km Leitungslänge. Obwohl ADSL2+ durchaus dafür geeignet wäre DSL-Anschlüsse mit 25 MBit/s zu schalten, hat die Deutsche Telekom als Netzbetreiber die ADSL2+-Geschwindigkeit ursprünglich auf 16 MBit/s beschränkt. Das galt auch für Netzbetreiber, die Kupferleitungen bei der Deutschen Telekom anmieten. Die meisten Netzbetreiber bieten DSL-Anschlüsse mit ADSL2+ in den Abstufungen mit (bis zu) 6 oder 16 MBit/s (16.000 kBit/s) an.
Es werden auch DSL-Anschlüsse (ADSL2+) mit 25 MBit/s angeboten. Das funktioniert aber nur dann, wenn man auf POTS oder ISDN im Basisband verzichtet. DSL-Anbieter in Deutschland, die DSL mit 25 MBit/s anbieten, haben POTS und ISDN aus ihren Angeboten gestrichen und stellen den Telefonanschluss über eine Konverterbox zu Verfügung. Telefonie wird dann über Voice-over-IP bereitgestellt. Im Gegensatz dazu bündelt die Deutsche Telekom einen DSL-Anschluss gerne mit einem Analog- oder ISDN-Anschluss.

Hinweis: Die Übertragungsgeschwindigkeit eines DSL-Anschlusses ist stark von der Leitungslänge zur Vermittlungsstelle abhängig. Deshalb bekommt man in der Regel einen DSL-Anschluss mit "bis zu" 16 MBit/s oder auch mehr, aber eben nicht verbindlich. Man hat dann eben nur so viel Übertragungsgeschwindigkeit wie die Leitung hergibt. Und manchmal auch weniger, weil der Netzbetreiber die Geschwindigkeit drosselt.

Bandbreite


ADSL2+ verdoppelt die Datenrate auf 25 MBit/s. Erreicht wird das durch die Erweiterung des Frequenzbereichs von 1,1 auf 2,2 MHz. Damit erreicht ADSL2+ bis zu 25 MBit/s im Downlink und bis zu 3,5 MBit/s im Uplink. Aber nur dann, wenn das Basisband bis 138 kHz für ADSL2+ genutzt werden darf. Gerade dieses untere Frequenzband ist für die Datenübertragung interessant, weil dort die Leitungsdämpfung sich nicht so gravierend auswirkt.

ADSL2+ mit Annex J

Bei ADSL2+ mit Annex J handelt es sich um einen "splitterlosen" DSL-Anschluss, bei dem der für ISDN und Telefonie reservierte Frequenzbereich unter 138 kHz für den Upstream mitgenutzt wird. Das bedeutet jedoch auch, dass der häufig im Paket enthaltende Telefonanschluss zwangsweise mit VoIP-Technik betrieben wird. Ein ADSL-Anschluss mit Annex J hat also keinen herkömmlichen analogen Telefonanschluss oder ISDN mehr.
Bei der Umstellung eines Annex-B-Anschlusses auf Annex J muss ein vorhandener DSL-Splitter entfernt werden, weil sonst der Frequenzbereich unter 138 kHz und damit ein Teil der Bandbreite weggefiltert wird und somit die maximal mögliche Übertragungsrate nicht erreicht werden kann.
DSL- bzw. ADSL-Anschlüsse nach Annex J bezeichnet man in Deutschland auch als "entbündelter Zugang" oder "naked DSL". Diese DSL-Anschlüsse haben eine höhere Reichweite, die mit einer schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit verbunden ist. Eine Garantie für einen Annex-J-Anschluss mit einer schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit gibt es allerdings nicht. Wer darauf besteht muss das vor dem Auftrag klären.

Vermeidung von Übersprechen

Wenn ein Netzbetreiber die 25 MBit/s nicht ausreizen möchte, dann kann er durch die Nutzung des kompletten Frequenzspektrums bis 2,2 MHz und die Reduzierung der Sendeleistung das Übersprechen in den unteren Frequenzbereichen verringern.
Eine andere Möglichkeit von ADSL2+ ist es, die Einflüsse des Übersprechens zu vermeiden, indem einige Anschlüsse im Frequenzbereich bis 1,1 MHz und andere Anschlüsse im Frequenzbereich zwischen 1,1 und 2,2 MHz arbeiten.

Anwendungen

Egal ob 16 oder 25 MBit/s, es kann sich kaum jemand vorstellen, dass ein Privat-Haushalt von 2 bis 4 Personen eine solche Übertragungsrate braucht. Doch es geht den Netzbetreibern weniger um einen schnelleren Internet-Zugang, sondern darum neue Dienste anzubieten und miteinander zu koppeln (Triple Play).

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