Bildungsurlaub in Hamburg, 17.-21.05.2010

Institut für Geschichte und Gesellschaft Igor Pochoshajew
In Hamburg

250 
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  • Seminar
  • Anfänger
  • Hamburg
  • Dauer:
    5 Tage
Beschreibung

Sensibilisierung für die Problematik der nationalen europäischen Geschichtsschreibung Kenntnisse der Geschichte von al-Andalus. Kenntnisse der geschichtlichen Beispiele religiöser Toleranz in Europa. Kenntnisse der kulturgeschichtlichen Bedeutung von al-Andalus. Sensibilisierung für die zivilisatorische Leistung des historischen Islam. Sensibilisierung für das islamische Kulturerbe Europas und seine Bedeutung im Kontext aktueller globaler und gesellschaftlicher Veränderungen.
Gerichtet an: Beschäftigte in Bildung und Politik

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Hamburg
Hamburg, Deutschland
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· Voraussetzungen

Die Anmeldung nach § 9 (2) HmbBUG

Dozenten

Igor Pochoshajew
Igor Pochoshajew
Religionsgeschichte, Kulturgeschichte

Studium der Sozialwissenschaften, Klassischen Philologie und Theologe in Deutschland, Frankreich und Irland. Forschungsaufenthalte in Spanien und Marokko. Lehr- und Forschungstätigkeit im Hochschulwesen. Forschungsprojekte, Publikationen, Vorträge und Veranstaltungen auf dem Gebiet von Religion und Kultur. Arbeitsschwerpunkte: Europäische Religionsgeschichte, Begegnungen von Christentum und Islam, arabische Medien.

Themenkreis

Al-Andalus: islamische Hochkultur Europas – Seminar ist gemäß § 15 HmbBUG als Veranstaltung der politischen Bildung im Sinne des § 1 HmbBUG anerkannt.

Aktenzeichen: W242/406-07.5,42608

Eine hervorragende und dauerhafte Zivilisation auf europäischem Boden besaß islamische Grundlagen. Diese Hochkultur umfasste im Zeitraum von 711 bis 1492 unterschiedliche Gebiete der Iberischen Halbinsel. Ihr arabischer Name lautet „Al-Andalus“. Seine Großartigkeit ist im literarischen und architektonischen Nachlass bezeugt. Im Seminar werden die Geschichte des muslimischen Spaniens unter Berücksichtigung ihrer politischen und religiösen Voraussetzungen und Nachwirkungen betrachtet. Das Zusammenleben der Religionen und seine Aufarbeitung in der westlichen und der muslimischen Forschung werden dargestellt und erörtert. Die zentralen Errungenschaften dieser Epoche und ihre Wirkungsgeschichte werden in Text und Bild vorgestellt und studiert. Die Rezeptionsbereitschaft für al-Andalus im Westen wird problematisiert.

Die zivilisatorische Leistung des Islam in Europa wird im traditionellen nationalstaatlichen Geschichtsbild kaum berücksichtigt. Dieser Zustand ist aus bildungspolitischer Sicht besonders angesichts der erfolgten demographischen Veränderungen in Deutschland und in Europa infolge der Migration und der deutlichen Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung als unbefriedigend anzusehen. Der größte Teil der aus der Migration hervorgegangenen deutschen Bevölkerung hat einen lebensgeschichtlichen Hintergrund, bei dem der Islam eine Rolle spielt. Dieser Sachverhalt bedingt, dass sich der Islam als identitätsrelevanter Faktor eines bedeutenden und weiterhin wachsenden Bevölkerungsteils erweist. Aus diesem Grund ist eine Eingliederung des Islam in den gesamtgesellschaftlich geltenden Deutungshorizont und in das demokratische Wertesystem erforderlich. Diese Aufgabe ist umso dringlicher, als das aktuelle Islambild in Deutschland durch die neuere Nutzung geschichtlicher Polemiken und Abgrenzungen, kulturkonstruktivistische Bilder, gesellschaftspolitische Reizthemendebatten und sensationsausgerichtete Medienberichte geprägt, und somit negativ ist.


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