Dienste auf dem Raspberry Pi verwalten

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Dienste auf dem Raspberry Pi verwalten Jede Linux-Distribution hat in der Grundkonfiguration Dienste und Daemons laufen, die man vielleicht nicht unbedingt braucht. Für ein stabiles und optimiertes System ist es unerlässlich, dass man zumindest bestimmen kann, welche Dienste automatisch beim Systemstart gestartet werden. Je nach Linux-Distribution gibt es unterschiedliche Wege, an eine Liste mit den laufenden und automatisch gestarteten Diensten ranzukommen und zu identifizieren. Das Wort "Daemon" leitet sich von "D"isk "a"nd "Execution "Mon"itor ab und bezeichnet Dienstprogramme, die beim Systemstart oder später gestartet werden und im Hintergrund ihre Arbeit verrichten. Ein Daemon ist also ein Dienst oder Service.

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Was lernen Sie in diesem Kurs?

Linux
Service
Distribution
Laufen

Themenkreis

Aufgabe
  1. Laufende Dienste identifizieren.
  2. Dienste manuell starten und stoppen.
  3. Dienste automatisch beim Booten starten oder deaktivieren (rcconf).
Lösung: Laufende Dienste identifizieren

Linux unterteilt den Bootvorgang in Runlevel, die nacheinander ausgeführt werden. Runlevel 2 ist bei Raspbian bzw. auf Debian basierenden Linux-Distributionen der Standard Nutzer-Level. Alle anderen Runlevel sind für uns nicht weiter interessant.

Im Verzeichnis "/etc/rc2.d/" befinden sich alle Dienste, die im Runlevel 2 ausgeführt werden.

ls /etc/rc2.d/

Ein vorangestelltes "S" bedeutet, dass der Dienst automatisch gestartet wird. Ein "K" bedeutet, dass der Dienst beendet wurde oder nicht automatisch gestartet wird. Die zweistellige Zahl kennzeichnet die Reihenfolge während des Startvorgangs oder beim Herunterfahren.

Weil das Ganze etwas unübersichtlich ist, empfiehlt sich das "Debian Runlevel Configuration Tool" zu installieren, dass im Umgang mit Diensten im Runlevel 2 übersichtlicher und einfacher zu handhaben ist.
Der Vorteil von "rcconf" ist, dass man hier nicht so viel kaputt machen kann.

sudo apt-get install rcconf

"rcconf" ruft man wie folgt auf:

sudo rcconf

Mit den Tasten "Pfeil hoch" und "Pfeil runter" kann man in der Liste nach oben und unten scrollen. Mit der "Leertaste" die Auswahl vornehmen. Mit der Taste "Tab" zu "Ok" und "Abbrechen" wechseln.

Vorgenommene Änderungen werden erst beim nächsten Startvorgang übernommen.

Lösung: Dienste manuell starten, stoppen und neustarten

Dienst starten:

sudo service {DIENST} start

Dienst stoppen:

sudo service {DIENST} stop

Dienst neustarten:

sudo service {DIENST} restart

Hinweis: Das Stoppen eines Dienstes in den Runlevels entfernt einen Dienst nicht dauerhaft. Im Gegenteil, ein Dienst, der gestoppt, aber nicht entfernt wird, wartet nur darauf gestartet zu werden. Das kann bei der Aktualisierung des Pakets erfolgen. Oder ganz einfach bei einem Neustart.
Um einen Dienst tatsächlich zu deaktivieren, besteht darin, den Dienst in den Runleveln zu deaktivieren oder das entsprechende Paket über "apt-get remove" zu entfernen.

Lösung: Dienste automatisch beim Booten deaktivieren und aktivieren

Unter Raspbian verwendet man "update-rc.d", um Dienste in den einzelnen Runleveln zu aktivieren und zu deaktivieren.

Bevor man das tut, muss man ihn zuerst stoppen. Wenn man das nicht tut, dann wird der Dienst beim Herunterfahren nicht sauber beendet. Das kann zu Datenverlust führen.

sudo service {DIENST} stop

Erst nachdem der Dienst beendet ist, darf man ihn deaktivieren. Das heißt, dass er beim nächsten Bootvorgang nicht automatisch gestartet wird.

sudo update-rc.d -f {DIENST} remove

Hierbei werden die Links zum Start-/Stop-Script aus den Runlevels gelöscht.

In der Regel werden Dienste bei der Installation automatisch gestartet und in den richtigen Runlevel eingetragen. Es kann aber sein, dass man den Dienst vorübergehend außer Betrieb genommen hat und jetzt wieder aktivieren möchte.
Wenn man einen deaktivierten Dienst beim Booten automatisch gestartet haben möchte, kann man mit folgendem Kommando die Links zum Start-/Stop-Script anlegen.

sudo update-rc.d {DIENST} defaults Hinweise

Auf einer frisch installierten Linux-Distribution, insbesondere Raspbian, laufen nicht wirklich unnütze Dienste. Man sollte also nicht unüberlegt irgendwelche Dienste abschalten, die sich später dann doch als wichtig herausstellen und nur dazu führen, dass das System unbenutzbar wird. Vor dem Deaktivieren sollte man sich genau informieren, welche Auswirkungen das Deaktivieren haben könnte und ob es wirklich sinnvoll ist.

Beispiel: Wie man einen Dienst dauerhaft entfernt

Am Beispiel des Swap-Dienstes, der sich einfach entfernen und auch wieder herstellen lässt, ohne dass man ein laufendes System in Gefahr bringt, kann das entfernen eines Dienstes nachvollzogen werden.

  • Swapping beim Raspberry Pi einrichten und deaktivieren
Weitere verwandte Themen:
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Hinweis: Dieses Tutorial ist Teil einer Aufgaben und Übungen mit dem Raspberry Pi-Reihe, die für Lern- und Ausbildungszwecke erstellt wurde. Die dargestellte Lösung ist Teil einer konkreten Aufgabenstellung, die Schüler, Auszubildende und Studenten, lösen sollen. Deshalb muss der hier aufgezeigte Weg nicht der Optimalfall sein.


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