Form- und Lagetolerierung

Knowledge Foundation
In Reutlingen

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Wichtige informationen

  • Seminar
  • Anfänger
  • Reutlingen
  • Dauer:
    2 Tage
Beschreibung

Wichtige informationen
Veranstaltungsort(e)

Wo und wann

Beginn Lage
auf Anfrage
Reutlingen
Baden-Württemberg, Deutschland
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Themenkreis

Zielsetzung

Steigende Qualitätsanforderungen in Verbindung mit zunehmender Arbeitsteilung sowie Senkung der Produktkosten, verlangen eine funktionsgerechte, eindeutige und vollständige Tolerierung. Weit mehr als die Hälfte aller Fertigungszeichnungen sind im Hinblick auf die Form- und Lagetolerierung jedoch unvollständig, missverständlich oder falsch. Die Gefahr fehlerhaft produzierter Werkstücke sowie von Montageproblemen steigt erheblich, insbesondere durch Auslagerung der Teilefertigung hin zu externen Zulieferbetrieben.

Eine nicht funktionsgerechte und unnötig enge Tolerierung führt in den meisten Fällen zu einer aufwändigen und teuren Fertigung, zu einer schwierigen und teuren Prüfung und zu risikoreicher Produkthaftung, während die Qualität des Produkts hierdurch nicht verbessert wird.

Sie lernen in diesem Seminar:
  • die norm- und praxisgerechte Anwendung der Form- und Lagetolerierung. Sie sind damit in der Lage, eine im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Funktionalität optimale Tolerierung zu wählen, sinnvolle Bezugsysteme zu bilden und normgerecht in die Technische Zeichnung einzutragen,
  • fehlerhafte, mehrdeutige und missverständliche Eintragungen zur Form- und Lagetolerierung in bestehenden Technischen Zeichnungen zu erkennen und sicher zu beseitigen. Hierdurch werden nicht nur die Fertigungs- und Prüfkosten reduziert, sondern auch die Funktionalität und damit die Wertigkeit der Produkte erhöht. Da die Technische Zeichnung auch einen Vertragsbestandteil darstellt, leistet das Seminar einen entscheidenden Schritt zur Prävention möglicher Rechtsstreitigkeiten mit Ihren Kunden oder Zulieferbetrieben,
  • welche wesentlichen Änderungen sich im Zuge der Umstellung auf internationale Normen auf dem Gebiet der Form- und Lagetolerierung ergeben haben und welche weitreichenden Konsequenzen sich hieraus ergeben,
  • funktions-, fertigungs- und prüfgerechte Bezüge und Bezugssysteme zu bilden, so dass eine wirtschaftliche Fertigung und einfache Prüfung des Produkts überhaupt erst ermöglicht wird,
  • Möglichkeiten zur Toleranzerweiterung ohne Verminderung der funktionalen Anforderungen. Diese Maßnahme kann letztlich zu einer erheblichen Verminderung der Produktionskosten führen.

Das Seminar führt Sie Schritt für Schritt in das komplexe Themengebiet der Form- und Lagetolerierung ein. Besonderer Wert wird hierbei auf eine anschauliche Vermittlung der Seminarinhalte gelegt. Die Lehrinhalte werden daher anhand einer Vielzahl praxisgerechter Beispiele und Übungen veranschaulicht und vertieft. Eigene Fertigungszeichnungen dürfen zum Seminar gerne mitgebracht werden.

Programm Einführung in die Thematik
  • Einführende Beispiele zur Form- und Lagetolerierung
  • Konsequenzen einer mangelhaften Form- und Lagetolerierung
  • Kostenwirksamkeit von Toleranzen
  • Zusammenarbeit im Unternehmen
  • Geometrische Produktspezifikation (GPS-Normen, ISO 14638)
  • Geometrieelemente (DIN EN ISO 14660) und dimensionelle Tolerierung (DIN EN ISO 14405)
Tolerierungsgrundsätze
  • Unabhängigkeitsprinzip und Hüllbedingung (DIN ISO 8015)
  • Hüllprinzip (DIN 7167)
  • Vergleich zwischen Unabhängigkeitsprinzip und Hüllprinzip
  • Übungsbeispiele
Normgerechte Zeichnungseintragung nach DIN EN ISO 1101 (2008) Formtoleranzen - Eintragung, Interpretation und Anwendung
  • Geradheit
  • Ebenheit
  • Rundheit
  • Zylinderform
  • Linien- und Flächenprofil (DIN ISO 1660)
  • Übungs- und Anwendungsbeispiele zu allen Toleranzarten
Bezüge und Bezugssysteme (DIN EN ISO 5459)
  • Bezeichnungen und Symbolik
  • Normgerechte Eintragung von Bezugssymbolen
  • Bezugsarten (Bezugsachsen, Mittelebenen, Bezugssysteme)
  • Tolerierung von Bezugselementen und Bezugssystemen
  • Festlegung von Bezugsstellen
  • Übungen zur Bezugsbildung und Interpretation von Bezugssystemen
Lagetoleranzen (DIN EN ISO 1101)
  • Parallelität
  • Rechtwinkligkeit
  • Neigung
  • Positionstolerierung (DIN EN ISO 5458)
  • Konzentrizität und Koaxialität
  • Symmetrie
  • Lauftoleranzen (einfacher Lauf und Gesamtlauf)
  • Übungs- und Anwendungsbeispiele zu allen Toleranzarten
Allgemeintoleranzen für Form und Lage (DIN ISO 2768-2)
  • Toleranzklassen und Zeichnungseintragung
  • Allgemeintoleranzen und Hüllbedingung
  • Anwendung auf Geradheit, Ebenheit, Rundheit, usw.
  • Lücken der Allgemeintolerierung für Form- und Lage
  • Allgemeintoleranzen für Form- und Lage für Metallguss (DIN EN ISO 8062-3)
Maximum-Material-Bedingung (DIN EN ISO 2692)
  • Begriffe, normgerechte Zeichnungeintragung und Bedeutung
  • Reziprozitätsbedingung (R)
  • Anwendungs- und Übungsbeispiele
Minimum-Material-Bedingung (DIN EN ISO 2692)
  • Begriffe, normgerechte Zeichnungseintragung und Bedeutung
  • Anwendungs- und Übungsbeispiele
Projizierte Toleranzenzone (DIN ISO 10578) Tolerierung nicht formstabiler Teile (DIN ISO 10579) Praktische Anwendung der Form- und Lagetolerierung
  • Tolerierung von Kreisteilungen und Lochbildern
  • Tolerierung von Kegeln (DIN ISO 3040) und Gewinden (DIN EN ISO 1101)
  • Positionstolerierung als Instrument zur Kostenreduzierung
Toleranzen und Kosten Weiterführende Literatur Ergänzende Übungen und Diskussion

Weitere Informationen:
  • 10% Rabatt für den zweiten und jeden weiteren Teilnehmer aus demselben Unternehmen.
  • Eigene Fertigungszeichnungen dürfen zum Seminar gerne mitgebracht werden.
  • Seminar kann auch als Inhouse-Schulung durchgeführt werden.
Referent: Prof. Dr.-Ing. Volker Läpple
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Volker Läpple