Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen

Technische Akademie Wuppertal
In Nürnberg

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Tipologie Kurs
Beginn Nürnberg
Dauer 1 Tag
Beginn 15.11.2017
  • Kurs
  • Nürnberg
  • Dauer:
    1 Tag
  • Beginn:
    15.11.2017
Beschreibung

Zum Seminar Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen Kunststoffe verhalten sich anders als Metalle. Maßgebend dafür ist der molekulare Strukturaufbau und die starke Eigen­schafts- und Geometrieabhängigkeit von den Verar­beitungs- (z.B. Schwindung) und Umgebungsbedingungen (z.B. Tempe­ratur, Feuch­tigkeit). Bereits in der Produktkonstruktion gilt es dem entgegen zu wirken, in dem schon bei der Auslegung die spätere Maßbildung durch Prozess und Werkzeug sowie Geometrie­änderungen durch die große Tempe­raturabhängigkeit (Quellen, Nachschwindung) berück­sichtigt werden. Bei techni­schen Kunststoffbauteilen hat daher die maßliche und geometrische Tolerierung bzw. Abstimmung von Formteil und Werkzeug gemäß DIN 16742 erheb­lichen Einfluss auf die Funkti­o­na­lität, Wirtschaft­lichkeit und Serientauglichkeit. Themen wie: Hüll- oder Unab­hängig­keitsprinzip, Passmaße, Form- und Lagetolerierung, Toleranzkompensation, Positionstolerierung, Bezugsbildung oder die Maßkettentheorie in der Serie erlangen hierbei erhöhte Bedeutung. Im Seminar Tolerierung von Kunststoffteilen liegt daher der Fokus auf der Spezi­fi­zierung von techni­schen Formteilen und deren Zusam­menbau zu Baugruppen. Hierauf gilt es das Werkzeug abzustimmen, die Maße zu rekalibrieren und die Geometrieänderungen beherrsch­bar zu machen. Erst die gezeigten Ansätze bieten die Gewähr für eine kostengünstige Herstellung mit einem hohen Quali­täts­an­spruch.

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Veranstaltungsort(e)

Wo und wann

Beginn Lage
15.November 2017
Nürnberg
Bayern, Deutschland
Beginn 15.November 2017
Lage
Nürnberg
Bayern, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

· Welche Ziele werden in diesem Kurs verfolgt?

Teilnehmerkreis (m/w): Konstrukteure, Fertigungsplaner, QM-Mitar­beiter aus Maschi­nenbau, Fahrzeugbau, Gerätebau, weißer & brauner Ware

Was lernen Sie in diesem Kurs?

ISO

Themenkreis

Seminarinhalt: Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen

  1. Aktuelles Normenwerk zur Bemaßung- und Toleranzbildung von Kunststoffen
  2. Eigenschaften von Kunststoffen
    Einflüsse aus Alterung, Kriechen, Quellen, Relaxation, Verarbeitungs- und Nachschwindung, Tempern
  3. Maß- und Toleranzanforderungen an technische Bauteile
    Herstell- und Montierbarkeit, einhaltbare Solleigenschaften, dimensionelle und geometrische Toleranzen, Allgemeintoleranzen nach DIN 16742, spanende Bearbeitung nach ISO 15860
  4. Formteilqualität
    Gratrippen, Auswerfermarken, Einfallstellen, Formschrägen, Oberflächenversatz
  5. Maß- und Toleranzbildung bei der Herstellung
    Maßbildung beim Urformen, erreichbare Genauigkeiten beim Spritzgießen und Pressen sowie Extrudieren
  6. Maßliche Auslegung des Werkzeugs
    Berücksichtigung der Verarbeitungsschwindung, Ermittlung des Werkzeug-Nennmaßes, Abstimmung von Innen- und Außenmaße, Definition von Mittenmaße
  7. Nicht formstabile Teile nach ISO 10579-NR
    Toleranzen für Gummibauteile, Grenzmaße für formgebundene und nichtformgebundenen Maße, zulässige Form- und Lagetoleranzen, Symbolik für freien Zustand bzw. Einbausituation
  8. Prinzipien der Formteiltolerierung
    Maßeintragungen für Formteile nach ISO 10135, Maß- und Geometrietoleranzen, notwendige Bezüge nach ISO 5459, Positions- und Mustertolerierung nach ISO 5458
  9. Form- und Lagetoleranzen für Formteil und Werkzeug
    Entstehung von Form-, Profil- und Lagetoleranzen, Messung von Toleranzabweichungen, Abnahmebedingungen
  10. Tolerierungsprinzipien und Tolerierungsgrundsätze
    Minimum-/Maximum-Materialzustände, Kompensations­prinzipien nach ISO 2692 (Maximum-/Minimum-Material-Bedingung, Wechselwirkungsbedingung) Unabhängigkeitsprinzip nach ISO 8015, Hüllprinzip nach
    DIN 7167 bzw. ISO 14405
  11. Form- und Lagetoleranzen
    Grundsymbole nach ISO 1101, Toleranzindikator, Toleranzzone, Minimumbedingung, Bezüge, TED-Maße, Nachweis durch Lehrung bzw. Koordinatenmessung
  12. Einhaltung einer Passungsfunktionalität
    Passung nach dem Hüll- und Unabhängigkeitsprinzip, Hüllbedingung
  13. Toleranzverknüpfung durch Maßketten
    Einzelteil- und Großserienmontage, Verteilungs­gesetz­mäßig­keit nach DIN 7186, statistische Toleranzbestimmung, Einfluss der Form- und Lagetolerierung
  14. Temperaturabhängigkeit der geometrischen Eigenschaften
    Auswirkung auf Maß- und Geometrietoleranzen,
    Verschie­bung der Toleranzfelder, Einfluss auf Passungen

Erfolge des Zentrums

Zusätzliche Informationen

Ihr Seminarleiter: Prof. em. Dr.-Ing. Bernd Klein, Beratender Ingenieur, Calden Er leitete 28 Jahre das Fachgebiet und Laboratorium für Leichtbau an der Universität Kassel. Prof. em. Dr.-Ing. Klein ist Autor von 12 Fachbüchern und leitete 15 Jahre den Arbeitskreis Entwicklung und Konstruktion beim VDI.