Mystik im Mittelalter - ein Modell für die Zukunft

Volkshochschulheim Inzigkofen e. V
In Inzigkofen

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  • Seminar
  • Mittelstufe
  • Inzigkofen
  • Dauer:
    4 Tage
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Inzigkofen
Parkweg 3, 72514, Baden-Württemberg, Deutschland
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keine

Dozenten

Dietmar Mieth
Dietmar Mieth
Mystik, Meister Eckhart

Prof. für kath. Theologie

Themenkreis

„Der Fromme von morgen wird ein "Mystiker" sein, einer, der etwas "erfahren" hat, oder er wird nicht mehr sein.“ (Karl Rahner, Schriften VII, 22)

Kennzeichen der Mystik ist die Intensität des religiösen Bedürfnisses, das sich im Denken und Fühlen, im Erleben und im Lebensstil ausdrückt. Oft erscheint Mystik als Sammelbegriff für außerordentliche religiöse Phänomene: Visionen, Ekstasen.

Mit der Vielfalt des Phänomens »Mystik« ist zugleich seine Zweideutigkeit gegeben. Wo das Bedürfnis entsteht, die letzten religiösen Geheimnisse nicht nur im Glauben zu ahnen, sondern in unmittelbarer Erfahrung zu schauen, kann der Mensch aufsteigen, aber auch in sehr flache Gewässer fallen.

Mystiker und Mystikerinnen sprechen am Ort des Entstehens oder Versiegens von Sprache. Also müssen sie Symbole wählen, um sich in der Differenz von Angemessenheit und Unangemessenheit des Wortes auszudrücken. Daher besteht eine tiefe Beziehung zwischen Mystik und lyrischer Sprache. Mit der mystischen Auslegung des biblischen „Hohen Liedes“ tritt die Liebessprache in den Vordergrund. Nicht so sehr die Stufen der Erkenntnis als die Sensibilität des Affektes entscheiden (Mechthild von Magdeburg, Heinrich Seuse). Es gibt aber auch die Sprache des intuitiven Erkennens, die bei Meister Eckhart besonders reichhaltig entwickelt ist. Der besondere Gehalt einer Christus-Mystik erscheint in der Lehre von der inneren Gottesgeburt, wie sie ebenfalls bei Meister Eckhart entfaltet wird. Mystik sucht einerseits nach dem Ganzen, in welchem die tiefsten Erfahrungen zusammenströmen. Andererseits muss man sie aber paradoxerweise auch als die „Erfahrung einer Nicht-Erfahrung“ kennzeichnen. Darum spielt das „Nicht“ in dieser Erfahrung eine so große Rolle (etwa bei Marguerite Porete, 1250-1310). Gott schenkt nach Meister Eckhart dem Menschen die Erfahrung einer unbedingten Annahme. Auf der anderen Seite steht aber auch, gerade bei den religiösen Frauen, die Erfahrung eines tiefen Abgrundes. Beides wird miteinander zu vergleichen sein.

Aus der Tiefenerfahrung erwächst eine Lebenskunst, an der heute wie damals viele Menschen interessiert sind. Der Kurs wird auch insbesondere diese Lebenslehre, den Durchbruch in die innere Freiheit, die Gelassenheit, die Verlebendigung des Lebens und die Einheit in der Tätigkeit thematisieren.

Leitung: Prof. Dr. Dietmar Mieth, Tübingen