Statische IPv4-Adresse für Raspbian Jessie (Raspberry Pi)

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Statische/feste IPv4-Adresse für Raspbian Jessie (Raspberry Pi) Wer den Raspberry Pi zum ersten Mal in Betrieb nimmt und darauf per SSH zugreifen möchte, der muss zuerst einmal die IPv4-Adresse herausfinden. Geschickterweise zeigt der Raspberry Pi nach dem Boot-Vorgang seine IPv4-Adresse auf dem Bildschirm an, sofern man ihn mit Tastatur und Bildschirm in Betrieb nimmt. Leider ändert sich die IPv4-Adresse immer mal wieder, weil bei der IPv4-Adressvergabe durch den DHCP-Server im lokalen Netzerk nicht immer die gleiche Adresse zugeteilt wird, sondern dynamisch irgendeine aus seinem Adress-Pool. Sofern man den Raspberry Pi als Client benutzt, ist das kein Problem. Doch wenn man den Raspberry Pi als Server innerhalb des lokalen Netzwerk betreiben möchte oder öfter mal per SSH darauf zugreifen will, dann ist eine feste IPv4-Adresse von Vorteil. Hinweis: In der Fachsprache spricht man nicht von einer "festen IP-Adresse", sondern von einer "statischen IP-Adresse", weil es im Gegensatz dazu dynamische IP-Adressen gibt, die von einem DHCP-Server zugewiesen werden. Im Falle einer "statischen IP-Adresse" spricht man von einer manuellen IP-Konfiguration. Mehr zum Thema IPv4-Adressen und DHCP: IPv4 - Internet Protocol Version 4 DHCP - Dynamic Host Configuration Protocol Hinweis: Wenn man statische IP-Adressen konfiguriert, dann sollten diese nicht aus dem DHCP-Pool eines DHCP-Servers kommen.

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Themenkreis

Aufgabe
  1. Ermitteln Sie eine freie IPv4-Adresse und die weitere IP-Konfiguration.
  2. Stellen Sie die IPv4-Konfiguration auf statisch um.
  3. Prüfen Sie die IPv4-Konfiguration.
  4. Prüfen Sie die Netzwerk-Verbindung auf Funktion.
Lösung: Statische IPv4-Konfiguration unter Raspbian Jessie

In Raspbian Jessie ist standardmäßig ein DHCP Client Daemon (DHCPCD) aktiviert. Die Netzwerk-Konfiguration wird nicht mehr in der Datei "/etc/network/interfaces", sondern in der Datei "/etc/dhcpcd.conf" vorgenommen.

Hierzu ist es wichtig festzustellen, ob der "dhcpcd" aktiv ist.

sudo service dhcpcd status

Liefert der Status einen installierten aber abgeschalteten "dhcpcd", dann empfiehlt es sich diesen einzuschalten. Erst dann sollte man die Konfiguration über den "dhcpcd" vornehmen.

sudo update-rc.d dhcpcd defaults

Bevor man an die Konfiguration über den "dhcpcd" vornimmt sollte man sicherstellen, den Original-Zustand der Datei "/etc/network/interfaces" wieder herzustellen (siehe unten). Die Schnittstellen müssen in der Option "iface" auf "manual" gesetzt sein.

Zur eigentlichen statischen IPv4-Konfiguration öffnet man die Datei "/etc/dhcpcd.conf".

sudo nano /etc/dhcpcd.conf

Hier trägt man beispielhaft folgende Zeilen ein:

interface eth0 static ip_address=192.168.1.2/24 static routers=192.168.1.1 static domain_name_servers=192.168.1.1

Es handelt sich hierbei um eine Beispiel-Konfiguration. Diese kann funktionieren, muss aber nicht. Sie einfach auszuprobieren ist nicht sinnvoll. Man sollte vorher klären, was man hier eintragen muss und nicht irgendwie herumprobieren. Hilfreich ist es, wenn man nachschaut, was andere Clients im eigenen Netzwerk haben. Bei der Vergabe der IP-Adresse muss man jedoch darauf achten, dass man eine wählt, die noch NICHT verwendet wird und sich auch nicht im Adress-Pool eines DHCP-Servers befinden. Ansonsten wird es zu Verbindungsproblemen im Netzwerk kommen.

Die Zeile "static ip_address=192.168.1.2/24" gibt die IPv4-Adresse "192.168.1.2" mit der Subnetzmaske "255.255.255.0" an. Die Angabe "24" ist eine Kurzschreibweise für die Subnetzmaske.

Nachdem man die Änderungen vorgenommen hat kann man die Datei speichern und schließen: Strg + O, Return, Strg + X.

Man hat jetzt nur die Datei geändert. Die Änderungen wurden aber noch nicht in die aktuelle Netzwerk-Konfiguration übernommen. Grundsätzlich empfiehlt sich hier ein Reboot, wenn man per SSH die Konfiguration vorgenommen hat.

sudo reboot

Weniger radikal ist es, das "networking" neu zu starten. Das ist aber nur sinnvoll, wenn man NICHT per SSH mit dem Raspberry Pi verbunden ist.

sudo service networking restart

Alternativ kann man das Interface "eth0" aus- und wieder einschalten. Auch das ist nur dann sinnvoll, wenn man NICHT per SSH verbunden ist, sondern lokal mit Bildschirm und Tastatur am Raspberry Pi sitzt.

sudo ifdown eth0 sudo ifup eth0

Dadurch wird das Interface "eth0" beendet und neu gestartet. Beim Start werden die Einstellungen übernommen. Danach müsste der Raspberry Pi mit seiner statischen IPv4-Adresse erreichbar sein.

Lösung: IPv4-Einstellungen prüfen

Ob die IPv4-Einstellungen korrekt übernommen wurden, sollte man prüfen.

ip a

Das Interface "eth0" muss dann in der Zeile mit "inet-Adresse" die statische konfigurierte IPv4-Adresse bekommen haben.

Dann prüft man, ob das Standard-Gatway eingetragen ist.

route -n

Wenn das Ziel "0.0.0.0" auf die richtige IPv4-Adresse des Standard-Gateways zeigt, dann ist alles in Ordnung

Jetzt fehlt noch der DNS-Server.

cat /etc/resolv.conf

Steht hinter "nameserver" die IPv4-Adresse des DNS-Servers, dann ist auch hier alles in Ordnung.

Erweiterung: IPv4-Konfiguration mit dem Netzwerk-Manager Wicd

"wicd-curses" ist ein grafischer Netzwerk-Manager, der alle wichtigen Informationen in einer Benutzeroberfläche darstellt, die mit der Tastatur bedient werden muss. Wer sich mit dem Editieren von Text-Dateien schwer tut, für den kann das eine Alternative sein.

  • IPv4-Konfiguration mit dem Netzwerk-Manager wicd-curses (Raspberry Pi)
Erweiterung: Über den Hostnamen auf den Raspberry Pi zugreifen (Zeroconf/Bonjour/Avahi)

Wer nicht mit IP-Adressen und deren Konfiguration hantieren möchte, kann das Problem auch mit Zeroconf lösen. Mit Zeroconf, auch Bonjour oder Avahi genannt, kann man innerhalb des lokalen Netzwerks eine Verbindung zum Raspberry Pi mit seinem Hostnamen aufbauen. Das heißt, statt der IP-Adresse, die man vielleicht gar nicht weiß, nimmt man einfach den Hostnamen, den man sich viel einfacher merken kann. Das funktioniert sowohl im Browser als auch per SSH.

  • Über den Hostnamen auf den Raspberry Pi zugreifen (Zeroconf/Bonjour/Avahi)
  • Hostname eines Raspberry Pi ändern
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Hinweis: Dieses Tutorial ist Teil einer Aufgaben und Übungen mit dem Raspberry Pi-Reihe, die für Lern- und Ausbildungszwecke erstellt wurde. Die dargestellte Lösung ist Teil einer konkreten Aufgabenstellung, die Schüler, Auszubildende und Studenten, lösen sollen. Deshalb muss der hier aufgezeigte Weg nicht der Optimalfall sein.


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