WLAN-Adapter am Raspberry Pi einrichten

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WLAN-Adapter am Raspberry Pi einrichten Mit Raspbian Jessie getestet. Typischerweise ist der Raspberry Pi per Ethernet mit dem lokalen Netzwerk verbunden. Um vom kabelgebundenen Netzwerk wegzukommen soll der Raspberry Pi mit dem vorhandenen Funknetzwerk verbunden werden. Dazu muss ein WLAN-Adapter an einem USB-Port eingesteckt sein und anschließend konfiguriert werden. Raspberry Pi: WLAN-Adapter

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Themenkreis

Aufgabe
  1. Stellen Sie sicher, dass der WLAN-Adapter physikalisch angeschlossen ist und innerhalb des Betriebssystems erkannt wurde.
  2. Ermitteln Sie die notwendige WLAN- und IP-Konfiguration.
  3. Konfigurieren Sie den WLAN-Adapter.
  4. Stellen Sie sicher, dass eine Funkverbindung zum Netzwerk besteht.
  5. Loggen Sie sich auf die Funkverbindung per SSH ein, um sie zu testen.

Hinweis: Bei der IP-Konfiguration ist Vorsicht geboten. Hier kann man das ganze System unbrauchbar machen. Bevor Sie die IP-Konfiguration speichern und einen Reboot auslösen, schauen Sie noch mal genau hin.

Lösung: Erste Schritte

Die folgende Anleitung bezieht sich auf die Einrichtung eines WLAN-Adapters unter der Distribution "Raspbian". Andere Distributionen erfordern unter Umständen eine Anpassung. Zum Beispiel das Installieren eines Treibers. Man sollte nicht davon ausgehen, dass jede Distribution immer die notwendigen Treiber mitbringt.

Als erstes empfiehlt sich ein Update zu machen:

sudo apt-get update sudo apt-get upgrade

Dann steckt man den WLAN-Adapter an einen freien USB-Port ein. Dann geht es darum herauszufinden, ob der WLAN-Adapter überhaupt erkannt wurde. Dazu lässt man sich alle USB-Geräte anzeigen.

lsusb

Wenn hier etwas von "wireless" oder "802.11" steht, dann hat man schon fast gewonnen. Jetzt sollte auch eine Netzwerk-Schnittstelle mit der Bezeichnung "wlan0" vorhanden sein. Dazu lässt man sich alle Netzwerk-Schnittstellen anzeigen.

ifconfig

Befindet sich in der Liste eine Netzwerk-Schnittstelle mit der Bezeichnung "wlan0", dann ist mit der Hardware-Erkennung und Treiber-Installation alles optimal gelaufen. Jetzt kann man sich an die Konfiguration des WLAN-Clients und der IP-Einstellungen machen.

Lösung: WLAN manuell einrichten

Grundsätzlich gibt es verschiedene Vorgehensweisen, um einen WLAN-Adapter für den Raspberry Pi einzurichten. Die folgende ist die häufigste. Allerdings ist es auch die fehleranfälligste Lösung.

Zuerst installieren wir ein Tool, mit dem man sich bei der Konfiguration von WLANs etwas leichter tut.

sudo apt-get install iw

Danach prüfen wir, ob das WLAN, in das wir den Raspberry Pi einbuchen wollen, auch in Reichweite ist.

sudo iwlist wlan0 scan

Die Ausgabe zeigt alle WLAN-Netzwerke, die sich in der Umgebung befinden. Dasjenige, in das der Raspberry Pi eingebucht werden soll, sollte ebenfalls in der Liste sein. Voraussetzung dafür ist, dass der Pi sich in dessen Reichweite befindet.

Wenn die Ausgabe "wlan0 No scan results" ergibt, dann hat man vielleicht das "sudo" vergessen. Erst wenn man das richtige WLAN angezeigt wird, dann sollte man weitermachen.

Um die Verbindung einzurichten muss man die Netzwerk-Konfiguration bearbeiten. Dazu öffnet man folgende Datei:

sudo nano /etc/network/interfaces

Hier trägt man folgende Zeilen ein:

# WLAN auto wlan0 allow-hotplug wlan0 iface wlan0 inet manual wpa-ap-scan 1 wpa-scan-ssid 1 wpa-ssid "{WLANNAME}" wpa-psk "{WLANPASSWORT}"

Selber eintragen muss man noch den WLAN-Name (SSID) und das Passwort (Pre-Shared-Key, PSK). Beide Werte sollten in Anführungszeichen ("") gesetzt sein. Es ist nicht zwingend notwendig, aber zu empfehlen, wenn Name und Passwort Zeichen enthalten, die in dieser Datei anders gewertet werden. Beispielsweise ein Leerzeichen.

Hinweis: Viele Tutorials konfigurieren das WLAN über "wpa_supplicant". Das kann man machen, wenn man den Raspberry Pi mobil und in verschiedenen Netzen betreiben möchte und darauf angewiesen ist, dass das Roaming funktioniert.
Wenn der Raspberry Pi nur in einem WLAN funktionieren muss, was die Regel sein dürfte, dann reicht diese Lösung vollkommen aus.

Anschließend speichern und schließen: Strg + O, Return, Strg + X.

Danach starten wir den Netzwerkdienst neu. Erst danach werden die Netzwerk-Einstellungen übernommen.

sudo ifdown wlan0 sudo ifup wlan0

Ist die WLAN-Konfiguration in den Netzwerk-Einstellungen korrekt, dann hat der Raspberry Pi vom DHCP-Server eine IP-Adresse bekommen. Man erkennt das am "DHCPACK". In der darauffolgenden Zeile wird auch die IPv4-Adresse angezeigt. Wenn nicht, dann ist der WLAN-Name, das WLAN-Passwort oder beides falsch.

Mit "ifconfig" kann man sich nochmal die Netzwerk-Schnittstellen ausgeben lassen. Wenn die Schnittstelle "wlan0" eine IP-Adresse zugewiesen bekommen hat, dann ist der Raspberry Pi mit dem WLAN verbunden.

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  • Feste IPv6-Adresse für den Raspberry Pi einrichten
Alternative: WLAN mit "wicd-curses" einrichten

Das Einrichten eines WLANs für den Raspberry Pi ist nicht immer einfach. Vor allem deshalb, weil man Dateien editieren muss. Das ist sehr fehleranfällig und gelingt nur, wenn man eine bestimmte Reihenfolge so ziemlich exakt einhält. Einfacher geht es mit „wicd-curses“, ein grafischer Netzwerk-Manager, der alle wichtigen Informationen in einer Benutzeroberfläche darstellt, die mit der Tastatur bedient werden muss.

  • WLAN mit "wicd-curses" einrichten
Problem: Verbindungsabbrüche bei SSH-Verbindung über WLAN-Adapter

Normalerweise sind SSH-Verbindungen äußerst stabil. Wenn keine Timeouts auf Client- oder Server-Seite eingestellt sind, dann bleibt die Verbindung theoretisch unendlich bestehen.
Es kann aber trotzdem zu Verbindungsabbrüchen kommen. Beispielsweise bei Verbindungen über WLAN. Typischerweise sind hier zwei Probleme verantwortlich. Entweder die Powersaving-Funktion des WLAN-Adapters oder er ist schlampig entwickelt oder weist billige Komponenten auf. Besonders billige WLAN-Adapter, sogenannter Chinaschrott, können hier Probleme verursachen. Abhilfe schafft nur der Austausch gegen einen besseren WLAN-Adapter.

  • Netzwerk-Probleme beim Raspberry Pi lösen
Problem: Kein Auto-Reconnect

Wenn man das WLAN manuell eingerichtet hat und der Access Point einmal abgeschaltet wird, dann bricht die WLAN-Verbindung ab. Logisch. Wenn der Access Point wieder in Betrieb geht, dann verbindet sich der Raspberry Pi allerdings nicht automatisch mit dem WLAN. Wenn man das möchte, dann muss man das konfigurieren. Dazu muss man ein paar Dateien kopieren.

Zuerst wechselt man in ein anderes Verzeichnis:

cd /etc/ifplugd/action.d

Dann benennt man die Datei "ifupdown" um:

sudo mv ifupdown ifupdown.alt

Anschließend kopiert man die Datei, in der der Befehl für den WLAN-Reconnect steht an die Stelle der Datei "ifupdown".

sudo cp /etc/wpa_supplicant/ifupdown.sh /etc/ifplugd/action.d/ifupdown

Nach einem Neustart sollte der WLAN-Reconnect automatisch erfolgen.

sudo reboot

Wenn "ifupdown" aktiviert wurde, dann geht anschließend der Ethernet-Port nicht mehr, wenn man den WLAN-Adapter entfernt und das LAN-Kabel wieder steckt.
Wenn man den Raspberry Pi wieder per Ethernet am Netzwerk anschließen will, dann muss man diese Maßnahme rückgängig machen.
Dazu wechselt man in folgendes Verzeichnis, löscht eine Datei und kopiert das Original zurück:

cd /etc/ifplugd/action.d/ sudo rm ifupdown sudo cp ifupdown.alt ifupdown

Die Änderung wird erst nach einem Neustart aktiv.

Erweiterung: Energiesparmodus des WLAN-Adapters abschalten

Standardmäßig ist bei einigen WLAN-Adaptern das „Power Saving“ aktiviert. Das ist ein „Schlafmodus“ oder besser gesagt eine Energiesparfunktion. Das bedeutet, dass der Adapter bei Inaktivität die Netzwerkverbindung abschaltet. Das ist kein Problem, wenn man den Raspberry Pi als Client benutzt. Dann wird die WLAN-Verbindung einfach wieder aktiviert. Doch wenn man aus der Ferne über WLAN zum Beispiel per SSH auf den Raspberry Pi zugreifen möchte, dann ist dieser unter Umständen nicht erreichbar.

  • Energiespar-Modus des WLAN-Adapters ausschalten
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Hinweis: Dieses Tutorial ist Teil einer Aufgaben und Übungen mit dem Raspberry Pi-Reihe, die für Lern- und Ausbildungszwecke erstellt wurde. Die dargestellte Lösung ist Teil einer konkreten Aufgabenstellung, die Schüler, Auszubildende und Studenten, lösen sollen. Deshalb muss der hier aufgezeigte Weg nicht der Optimalfall sein.