Theaterregie

Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg GmbH
In Ludwigsburg

3.518 
Möchten Sie den Bildungsanbieter lieber direkt anrufen?
07141... Mehr ansehen

Wichtige informationen

  • Bachelor
  • Ludwigsburg
  • Dauer:
    3 Jahre
Beschreibung

Der Bachelor - Studiengang Regie (Theater) an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg vermittelt die künstlerischen, praktischen und theoretischen Grundlagen für den Beruf des Regisseurs für Theater.

Wichtige informationen
Veranstaltungsort(e)

Wo und wann

Beginn Lage
auf Anfrage
Ludwigsburg
Akademiehof 1, 71638, Baden-Württemberg, Deutschland
Plan ansehen

Häufig gestellte Fragen

· Voraussetzungen

(1) Die Zulassung zu den Bachelorstudiengängen Schauspiel und Theaterregie der Akademie für Darstellende Kunst setzt den Nachweis 1. der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife oder einer vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannten Vorbildung, 2. der erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache und 3. der künstlerischen Eignung für den gewählten Studiengang voraus....

Dozenten

Luk Perceval
Luk Perceval
Dozent

Schauspieler, Autor und Regisseur. Luk Perceval begann 1979 als Schauspieler am Nationaltheater von Antwerpen/Belgien. Fünf Jahre später gründete er aus Unzufriedenheit mit dem gängigen Stadttheater die freie Truppe „Blauwe Maandag Compagnie“.Auf dem “Baltic House Theatre-Festival” in St. Petersburg bekamen 2005 und 2006 “Othello” und “Onkel Vanja” der Preis der beste Inszenierung. Von 2005 bis 2008 war Perceval Hausregisseur an der Schaubühne in Berlin, wo er für seine Inszenierungen von „Andromache“ und „Maria Stuart“,2004 und 2007 den Friedrich Luftpreis bekam.

Themenkreis

Die Menschheit hat ihre Bedürfnisse nach Sinngebung u.a. im Theater ritualisiert. Die ältesten Theatertexte faszinieren uns immer wieder, weil sie immer wieder die selben universellen Fragen nach dem Sinn dieses Lebens und des menschlichen Leidens stellen. Und das, obwohl bis heute kein einziger Schriftsteller, kein einziger Theatermacher es geschafft hat, eine befriedigende Antwort zu formulieren. Weil diese Antwort jenseits jedes menschlichen Begriffsvermögens liegt, wird sie wahrscheinlich auch nie formuliert werden können.

Hat es dann überhaupt noch Sinn, länger nach einer Antwort zu suchen?

Ist es nicht das Suchen nach dem Sinn, was uns am Leben hält, was dem Theatermacher seinen Adrenalinstoß, seine schöpferische Kraft schenkt? Und was den Zuschauer ins Theater treibt? Ohne diese Neugier gäbe es keine Kunst, keine Religion, kein Theater... und wahrscheinlich auch keine Schönheit. Ist nicht der Sinn des Theaters diese Suche an sich? Das Nicht-Wissen, welches wissen will?

Die Ursache der Sehnsucht nach Wahrheit ist nicht greifbar, nicht in Worte zu fassen. Das Einzige, was wir mit Sicherheit wissen, ist, das die Ursache sich in der Suche an sich manifestiert.

Aus der Tatsache, daß das Theater die Antwort schuldig bleibt, Künstler wie Zuschauer zwingt, die Stille, die Leere zu akzeptieren, sie ohne Erklärung ins Leben zurückwirft, ohne bestechende Logik - aus dieser Tatsache können wir lernen, wie man mit leeren Händen diesem Suchen vertraut. Das scheint der Sinn des Sinnlosen zu sein. Dies ist der spirituelle Weg des Theaters, der zum Loslassen jeden möglichen Konzepts, jeder Frage, jedes Urteils führt - und zum Hinnehmen der Stille. A road to nowhere. Oft das zentrale Thema in Shakespeares Stücken. Ein Weg, gepflastert von Verlust und Loslassen.

Die Erkenntnis, daß es keine Antwort gibt, entbindet von der Verpflichtung, eine Antwort schuldig zu sein. Sie gibt dem Theatermacher die Freiheit, aus dem Nicht-Wissen zu schaffen, auf die eigene Intuition zu vertrauen, auf die Energie und vor allem auf das, was der Moment anbietet, die Menschen um einen herum. Sie gibt die Freiheit, zu suchen, wobei die Antwort im Suchen selbst zu finden ist. Befreit von Sicherheiten und Voreingenommenheiten, ermöglicht der offene Blick und das Erstaunen. Die Erkenntnis gibt Raum, Ausschau zu halten nach dem, was ist, und damit – frei wie ein unwissendes Kind – umzugehen. Sie gibt dem Schauspieler die Freiheit, zu spielen und zu reagieren auf das, was ist, und nicht auf das, was sein sollte - eine Spielart, die aus Respekt und Aufmerksamkeit entsteht, aus dem Bewußtsein der Abhängigkeit und dem Mut, sich vollkommen jener Abhängigkeit vom Seienden hinzugeben, sich nicht in Egomanie einzusperren. So eine Umgangsform, so eine Spieleinstellung gibt Freiheit, Luft, Inspiration und führt zu Spielfreude. Oder nennen wir es Kreativität.

„Schreiben im Sand” ist keine Erfolgsformel. Es ist eher ein Mantra - das ständige Wiederholen von immer denselben Fragen mit immer derselben Stille als letztendlicher Antwort. Aber eine Stille mit einer gewaltigen Kraft, der Kraft der Katharsis, ein Moment von erhöhter Aufmerksamkeit, gemeinsamem Bewußtsein und Verständnis für das Leiden des Menschen.
So lange die Menschheit nicht imstande ist, dieses Mitleid ins alltägliche Leben mitzunehmen und umzusetzen, wird das Mantra des Theaters das „Schreiben im Sand“ bleiben.
Bis zu jenem Tag die Mantras zu wiederholen, diesem Ritual zu Dienste zu stehen - das ist die einzige Aufgabe, die der Theatermacher hat. Alles andere ist eitle Hoffnung.

Wochenplan Regie

Der durchschnittliche Wochenplan in der Regieausbildung beinhaltet folgende Lehrinhalte:

1 Stunden - Sprecherziehung in der Gruppe (Körperstimmtraining, Stimmbildung, Vers)

1 Stunden - Sprecherziehung Einzelunterricht (Körperstimmtraining, Stimmbildung, Vers)

2 Stunden - Bewegung (Feldenkrais, Akrobatik)

1 Stunde - Musik Gruppenunterricht

1 Stunde - Musik/Rhythmus Gruppenunterricht, gemeinsam mit Schauspiel

12 Stunden - szenische Arbeit

4 Stunden - Dramaturgie

4 Stunden - Theatergeschichte/-theorie

4 Stunden - Ästhetik/Philosophie/Kultursoziologie

entspricht 28 Stunden.

Dieses Angebot wird durch zusätzliche oder alternative Kurse ergänzt (Bewegung: Bewegung vor der Kamera, Bewegung in interaktiven Medien, Motion Capturing, Gesellschaftstanz, Fechten, Biomechanik, Clownstechnik, Buffonerie, Pantomime; Musik: Chanson, Rock/Pop, Musical, Schauspieler in der Operette; Sprechen: Versmaß)

Die Stundenzahl des Unterrichtssegmentes Szenische Arbeit wird innerhalb von Projekten deutlich höher liegen – dann werden Bewegung, Musik und Sprechen zum Teil in die unmittelbare Projektbetreuung integriert.

Studienbeginn

Das Studium wird jeweils zum Wintersemester aufgenommen, nächster Studienbeginn: 05.10.2009

Die Bewerbungsfrist für das Studienjahr 09/10 ist am 31. Januar abgelaufen!

...voraussetzungen

(2) Vom Nachweis nach Absatz 1 Nr. 1 kann für die Bachelorstudiengänge Schauspiel und Theaterregie abgesehen werden, wenn eine besondere Begabung und eine für das Studium hinreichende Allgemeinbildung nachgewiesen werden. Der Nachweis der besonderen
Begabung wird durch das Bestehen der Aufnahmeprüfung, der Nachweis der für das Studium erforderlichen Allgemeinbildung durch eine Zusatzprüfung nach § 9 erbracht.
(3) Die Zulassung zum Bachelorstudiengang Theaterregie setzt zusätzlich zu den Nachweisen nach Absatz 1 den Nachweis praktischer Erfahrungen im Bereich der Darstellenden Kunst,insbesondere an Theatern, beim Film oder bei Festivals, von in der Regel einem Jahr voraus.

Studiengebühren/finanzielle Anforderungen

Die Studiengebühr in Baden-Württemberg beträgt derzeit € 500,- pro Semester.

Zusätzlich sind die Studenten verpflichtet, den Studentenwerks-Beitrag in Höhe von derzeit € 71,40 und den Beitrag zur Haftpflichtversicherung von derzeit € 30.-/Jahr zu entrichten.

Zusätzliche Informationen

Preisinformation: Die Studiengebühr in Baden-Württemberg beträgt derzeit € 500,- pro Semester. Zusätzlich sind die Studenten verpflichtet, den Studentenwerks-Beitrag in Höhe von derzeit € 71,40 und den Beitrag zur Haftpflichtversicherung von derzeit € 30.-/Jahr zu entrichten.