Berufsbegleitende Fortbildung - Performance Art (nachrücken bis 15.11.2024 möglich)
Kurs
In Neuss
Beschreibung
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Kursart
Workshop berufsbegleitend
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Niveau
Anfänger
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Sprachen
Deutsch
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Ort
Neuss
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Dauer
1 Jahr
Einblicke in die Verknüpfungsmöglichkeiten von Rhythmus, Musik, Gesang und Bewegung. Erweiterung der eigenen Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit. Praktische Erfahrungen in den Bereichen: Perkussion und Musik, Körper-/Bewegungsausdruck sowie Stimmeinsatz und Gesang Ermunterung zum Experiment, zu interdisziplinären Arbeitsweisen und zu neuartigen Ausdruckskombinationen. Befähigung zur Umsetzung des Erlernten in der eigenen pädagogischen Arbeit. Reflexion der eigenen pädagogischen Arbeit im Hinblick auf die Verbindung von Rhythmus, Musik und Bewegung. Gerichtet an: Alle pädagogischen Berufsgruppen (insbesondere Lehrer/innen, Pädagogen/innen Erzieher/innen und alle im sozialen oder therapeutischen Bereich Tätige) sowie alle an der Verbindung von Musik und Bewegung Interessierten.
Standorte und Zeitplan
Lage
Beginn
Beginn
Hinweise zu diesem Kurs
In dieser Fortbildung geht es neben einem Einblick in die Entstehung der Performance Art vor allem um die aktive, forschende Auseinandersetzung mit verschiedenen performativen Formaten aus den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Bildende Kunst, die Entwicklung von eigenen Performances, die Sensibilisierung für die Wirkungen von Performance-Kunst und den Transfer performativer Methoden in die eigene berufliche Praxis.
Die Fortbildung Performance Art richtet sich an alle, die sich für Performance-Kunst bzw. Performing Arts interessieren, insbesondere an Theater-, Tanz-, Kunst-, Musik- und Kulturpädagog*innen, Künstler*innen und Kulturvermittler*innen jedweder Art, Fachkräfte aus der Bildungs- und Sozialarbeit sowie Studierende
Offenheit für die künstlerischen Übungen und den künstlerischen Prozess.
ausführliches Zertifikat (OT)
Neben einem Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Performance-Kunst geht es um die aktive, forschende Auseinandersetzung mit verschiedenen performativen Formaten, die Entwicklung eigener Performances, die Sensibilisierung für die pädagogischen Wirkungen von Performance-Kunst und den Transfer performativer Methoden in die eigene Bildungsarbeit. Alle künstlerischen Bezugsfelder sind möglich wie Musik/Klang, Körper/Bewegung, Objekt/Material sowie interdisziplinäre Wanderungen zwischen den einzelnen Kunstrichtungen. Zu unserem Selbstverständnis: Eigene Performances, die Tendenzen zur Selbstgefährdung oder zur Gefährdung anderer beinhalten oder ethische Grenzen überschreiten, finden in unserer Fortbildung keinen Raum.
Telefonische Beratung auf Wunsch
Performing Arts bzw. performative Darbietungen beruhen auf interdisziplinären, situationsbezogenen und unwiederholbaren Aktionen. Als einzigartige Geschehnisse sind sie durch Improvisation, Zufall und Nicht-Planbarkeit bestimmt. Bei der Performance-Kunst wird (im Gegensatz zum Theater und zum Tanz) häufig auf bis ins Detail festgelegte Abläufe verzichtet. Hier steht anstelle einer inszenierten Darbietung das Ungeschliffene und Unperfekte im Mittelpunkt.
Meinungen
Themen
- Pädagogik
- Kunst
- Bewegung
- Performance
- Performance Art
- Interdisziplinär
- Musik
- Tanz
- Darstellende Kunst
- Theater
Dozenten
BBB Johannes Deimling
Freischaffender Künstler in den Bereichen Performance- und Aktionskuns
Gründer und künstlerischer Leiter des Kunst & Bildungsprojektes PAS | Performance Art Studies; Dozent für Performance Kunst am Institut für Musik- und Kunstwissenschaften der TU-Dresden. Seit über 25 Jahren Lehr-Erfahrungen an internationalen Kunstakademien und Universitäten wie z.B. EKA – Estonian Art Academy, Tallinn; NTA – Norwegian Theatre Academy, Fredrikstad; HKU – Hogeschool voor de Kunsten, Utrecht; Künstlerische Schwerpunkte: Performance & Poesie, Ortsspezifische Performance Kunst, Performances im öffentlichen Raum.
Bea Carolina Remark
Ästhetik der (Un)-Vollkommenheit; Körperarbeit
Tanzpädagogin, Choreografin, Performerin, kreative Tanz- und Bewegungstherapeutin, Körpertherapeutin, Lyrikerin und Heilpraktikerin. Im Zentrum der Arbeit steht: Sichtbarmachung des Wertvollen und Schönen des anderen. Das Credo: jedem Menschen in Würde und Ernsthaftigkeit zu begegnen – in einer Ästhetik der (Un)-Vollkommenheit.
Kathrin Spaniol
Darstellende Kunst
Kathrin Spaniol studierte Tanz am European Dance Development Center (EDDC) in Arnheim/NL. Als Tänzerin arbeitete sie mit verschiedenen Choreografen wie Carlos Cortizo, Rui Horta sowie an den Städtischen Bühnen Münster. Sie ist Dozentin für modernen und zeitgenössischen Tanz. Ein wiederkehrender Ansatz ihrer Arbeit ist die humorvolle und poetische Untersuchung des individuellen und kollektiven menschlichen Scheiterns. Sie ist Dramaturgin für Junges Publikum und am 12. Dezember 2023 mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf im Bereich Darstellende Kunst ausgezeichnet worden.
Oleg Zhukov
Schauspieler, Regisseur, Dramaturg und Autor
wurde 1980 in Odessa, Ukraine geboren. Er lebt und arbeitet er als Schauspieler, Regisseur, Dramaturg und Autor in NRW. Zusammenarbeit u.a. mit Raumlabor Berlin, Rimini Protokoll, fringe ensemble und Michikatzu Matsune. Mitbegründer des Künstlerkollektivs subbotnik, Gewinner des Kunst-Preises Viersen und des Literaturwettbewerb-Hauptpreises für den Text Lustdorf 1992. Stipendium des LCB Berlins. Zusammen mit der Choreographin Stefanie Elbers Entwicklung von partizipativen Projekten mit jungen Performer:innen sowie Workshops u.a. für die junge Ruhrtriennale.
Ortrud Kegel
Musik und Klang
Musikerin in den Ensembles “Partita Radicale” und “Ensemble für nichtgekonnte Musik” (beide im Bereich zeitgenössischer Musik und Improvisation), auch interdisziplinär mit Video, Theater, Tanz und bildender Kunst/Klangkunst. Leitung im Büro für Konzertpädagogik e.V. von Kompositions- und Vermittlungsprojekten an Schulen, Konzerthäusern und Theatern, Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, Orchestermusiker*innen und Studierenden, Chorleiterin im “Experimentalchor Alte Stimmen” für Menschen ab 70 Jahren. Schwerpunkt der Arbeit: Suche nach klanglichen Extremen auf Instrumenten, die auch Spielzeug,
Inhalte
Performance Art: Eine kurze Beschreibung
Performance-Kunst bzw. Performing Arts öffnen den Raum für spontane und interdisziplinäre Formen des Ausdrucks. Und sie verlagern den Fokus vom Endprodukt auf den Prozess. In der Performance verkörpern die Akteure (im Gegensatz zum Theater) keine erdachte Figur, sondern sie präsentieren sich selbst mit ihren eigenen Themen und Ideen. Auch wenn der Performance Art in der Regel ein Konzept zugrunde liegt, gleicht sie bei der Durchführung eher einer offenen Versuchsanordnung. Sie ist bestimmt durch folgende Grundelemente: performende Person, Aktion, Raum, Zeit, Material/Objekte und Interaktion mit dem Publikum. Aus der Kombination dieser Elemente entstehen ungewöhnliche Verbindungen und ausdrucksstarke Bilder.
Die performative Wende: Entstehung und Entwicklung der Performance
Die Performance-Kunst hat ihre Wurzeln in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Angeregt durch die künstlerischen Experimente in Futurismus, Dadaismus und Surrealismus sowie später in der Happening- und Aktionskunst der 60er Jahre ist eine Fülle performativer Ausdrucksformen entstanden. Diese befragen die Traditionen und Arbeitsweisen von Bildender Kunst, Theater, Tanz und Musik und weichen durch ihren interdisziplinären Ansatz die Grenzen zwischen den künstlerischen Gattungen zunehmend auf.
Wichtige Stationen bzw. Exponent*innen auf diesem Weg waren im Bereich der Bildenden Kunst Joseph Beuys, Yves Klein, die Wiener Aktionskunst, Bruce Naumann und Marina Abramovic. Im Bereich der Musik gingen entscheidende Impulse aus von John Cage sowie Laurie Anderson und in den Darstellenden Künsten waren es die Pionierleistungen des Living Theatres und des Theaterlabors von Jerzy Grotowski, später dann die Experimente von Robert Wilson und Christoph Schlingensief, die Arbeitsweisen der sogenannten Performance-Kollektive wie beispielsweise Rimini-Protokoll und She She Pop sowie im Tanz insbesondere Sasha Waltz.
Was genau ist Performance Art?
Performances sind durch Improvisation, Zufall und Nicht-Planbarkeit bestimmt. Dabei wird (im Gegensatz zum Theater und zum Tanz) häufig auf bis ins Detail festgelegte Abläufe verzichtet. Statt einer inszenierten Darbietung geht es um das Ungeschliffene und Unperfekte. Zudem unterläuft die Performance die übliche ‚Als ob-Vereinbarung‘ zwischen Publikum und Akteuren. Die Handlung verweist nicht auf eine erfundene Welt, sondern steht für sich. Publikum und Performende interagieren in unmittelbarer Ko-Präsenz und treten in einen direkten Austausch.
Die Performing Arts sind gekennzeichnet durch den ‚Einbruch des Realen‘ (Hans-Thies Lehmann): Die Themen entstammen dem Alltag, der Lebenswelt oder der Biografie der Performenden. Auch das Publikum steht vor einer Herausforderung, denn oft wird es zur aktiven Teilnahme oder Intervention aufgefordert. In dieser Selbstermächtigung von Akteuren und Zuschauenden liegt das empowernde und emanzipatorische Potential der Perfomance begründet. Performances wollen tradierte Wahrnehmungs-, Denk-, Ausdrucks- und Produktionsweisen hinterfragen. In dieser Hinterfragung von Konventionen und Gewissheiten zeigt sich ihr utopisches, transformierendes und politisches Potential. Performing Arts wollen Grenzen überwinden: bei den Performenden selbst, zwischen ihnen und ihrem Werk, zwischen den verschiedenen Kunstgattungen, zwischen Akteur*innen und Publikum sowie zwischen Kunst und Realität.
Performative Verfahren in Schule, Bildungs-, Kultur- und Sozialarbeit
Performative Verfahren finden mittlerweile Eingang in viele pädagogische Bereiche wie Kunstpädagogik, Theaterpädagogik, Tanzpädagogik, Musikpädagogik sowie weitere Formen der kulturellen Bildung. Sie sind eine wesentliche Inspirationsquelle für neue Arbeits- und Produktionsformen und führen darüber hinaus auch zur Befragung der pädagogischen Leitungsrolle.
Pädagogisch begleitete Performances zielen auf einen offenen Suchprozess, der intuitiv verläuft, künstlerische Grenzen überwindet und auf dem freien Umgang mit Sprache, Körper und Handlung sowie mit Raum, Material, Objekt und Zeit basiert. Dabei stehen die Interessen der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Pädagogische Vermittlung und Begleitung von Performance Art eröffnet Räume, in denen nach Marie-Luise Lange die ‚Köpfe und Körper der Teilnehmenden zu einem ästhetischen Labor‘ werden. Dadurch werden ungewöhnliche künstlerische Querverbindungen, andersartige Wahrnehmungs- und Ausdrucksweisen sowie neue Perspektiven ermöglicht. Auf diesem Wege kann die Performance Art das Verständnis für sich, für andere und die Welt erweitern. Und sie öffnet nach BBB Johannes Deimling (s.u.) einen gemeinschaftlichen Lernraum, der Zusammenhalt, Empathie und soziale Kompetenzen stärkt sowie die Fähigkeit erweitert, Problemlösungen zu finden und im Team zu arbeiten.
Bei der Performance liegt das Heft des Handelns bei der performenden Gruppe. Die pädagogische Begleitung zieht sich – nach einer Heranführung an performative Arbeitsweisen – zunehmend zurück. Das heißt, sie beschränkt sich auf Inspiration, auf Bereitstellung von Informationen und Material, auf methodische Unterstützung, Moderation und Anregung zur Reflexion – ganz im Sinne von ‚Stop teaching‘: Lehren und Lernen geschieht auf beiden Seiten. Anleitung und Performende begegnen sich auf Augenhöhe.
Zum Selbstverständnis unserer Fortbildung
Neben einem Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Performance-Kunst geht es um die aktive, forschende Auseinandersetzung mit verschiedenen performativen Formaten, die Entwicklung eigener Performances, die Sensibilisierung für die pädagogischen Wirkungen von Performance-Kunst und den Transfer performativer Methoden in die eigene Bildungsarbeit. Alle künstlerischen Bezugsfelder sind möglich wie Musik/Klang, Körper/Bewegung, Objekt/Material sowie interdisziplinäre Wanderungen zwischen den einzelnen Kunstrichtungen. Zu unserem Selbstverständnis: Eigene Performances, die Tendenzen zur Selbstgefährdung oder zur Gefährdung anderer beinhalten oder ethische Grenzen überschreiten, finden in unserer Fortbildung keinen Raum.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an alle, die sich für Performance Art und performative Verfahren interessieren, insbesondere an Theater-, Tanz-, Kunst-. Musik- und Kulturpädagogen*innen, Künstler*innen und Kulturvermittler*innen aller Art, Fachkräfte aus der Bildungs- und Sozialarbeit sowie Studierende
Barrierefreiheit
Verschiedene Menschen nehmen an unseren Angeboten teil. Wir bieten leider noch nicht so viel Barrierefreiheit, wie es wünschenswert ist. Doch wir sind auf dem Weg. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Bedarf haben. Wir überlegen gerne mit Ihnen gemeinsam, ob und wie eine Teilnahme möglich ist.
Zusätzliche Informationen
Kompetenzbereiche und Lernziele der Fortbildung Einblick in die Theorie, Entstehung und Entwicklung der unterschiedlichen Performance-Strömungen Praktische Auseinandersetzung mit performativen Ausdrucksformen aus den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Kunst und Medien, die interdisziplinären Charakter haben Konzeption, Erarbeitung, Präsentation und Dokumentation eigener Solo- oder Team- Performances Erweiterung des persönlichen Ausdrucksvokabulars und der Reflexionsfähigkeit künstlerischer Prozesse Sensibilisierung für die Wirkungsmöglichkeiten von Performance Art Diskussion von Transfermöglichkeiten in die eigene berufliche Praxis Reflexion von Selbstverständnis und eigener Rolle bei der Begleitung performativer Prozesse
Berufsbegleitende Fortbildung - Performance Art (nachrücken bis 15.11.2024 möglich)
