Ältere Kirchen- und Dogmengeschichte und Patristik

Universität Bern
In Bern (Schweiz)

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  • Bachelor
  • Bern (Schweiz)
Beschreibung

Vorwiegend ereignisgeschichtliche Überblickskenntnisse der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte; Kenntnisse der Methoden und Forschungsfelder der KG; Befähigung zur eigenen, auf dem Studium meist übersetzter Quellen und auf Literaturstudium beruhenden kirchengeschichtlichen Urteilsbildung.

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Bern
Länggassstrasse 51, 3000, Bern, Schweiz
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Häufig gestellte Fragen

· Voraussetzungen

Vertiefte Beschäftigung mit selbst ausgewählten Spezialthemen insbesondere der Dogmen- und Theologiegeschichte.

Themenkreis

Die Ältere Kirchen- und Dogmengeschichte umfasst die gesamte Zeit von der Entstehung der Kirche, also vom Pfingstereignis an, bis zum Vorabend der Reformation im frühen 16. Jahrhundert, also die lange Zeitspanne von 1500 Jahren. Das 1. Jh. n. Chr. ist aber hauptsächlich Gegenstand der neutestamentlichen Wissenschaft, die Entwicklungen im 15. und 16. Jh., die auf die Reformation hinführen, sind auch Gegenstand der Neueren Kirchen- und Theologiegeschichte.

Der Schwerpunkt der Beschäftigung in Forschung und Lehre liegt auf der Zeit der Alten Kirche, d.h. bis zum 6. Jh. im Weströmischen Reich (Abendland), bis zum 8. Jh. im Oströmischen Reich (Byzanz). Bedeutende Entwicklungen, theologische Strömungen, Männer und Frauen und Ereignisse in der einen ungeteilten Kirche im Römischen Reich werden in den Blick genommen, welche als dauerhaft beachtete Traditionen die Gestalt der verschiedenen Kirchen bis heute prägen, von der Bildung des neutestamentlichen Kanons bis zur synodalen und bischöflichen Kirchenverfassung, ohne deren kritische Kenntnisnahme die heutige Gestalt der Kirchen nicht verständlich wird. Besonders werden in der Älteren Kirchen- und Dogmengeschichte die Zeugnisse der griechischen und lateinischen Kirchenväter (Patristik) untersucht. Es handelt sich dabei um Definitionen (Kanones), Bekenntnisse, Homilien, Katechesen, Gebete, liturgische Formulare, Briefe, Abhandlungen, Streitschriften, Erzählungen, Viten, Poesie u.a.m., kurz, um eine Fülle privater und kirchenoffizieller Stellungnahmen, die im Mittelalter und noch bei den Reformatoren und späteren Theologen und Theologinnen bis heute als massgebliche und richtungweisende Auslegungen der Hl. Schrift gelten und die in der Tat oft überraschende, die eingefahrenen Wege der neuzeitlichen und gegenwärtigen Exegese aufbrechende Impulse für das Verständnis der christlichen, evangelischen Botschaft geben können. Zur Patristik gehören auch die z. T. als Häretiker verurteilten nicht rechtgläubigen Gegner der Kirchenväter. Die Beschäftigung mit den Kirchenvätern führt so oft zu einer Auseinandersetzung über das christliche Proprium und zur Frage nach den Grenzen der Bandbreite der Auslegungen der Hl. Schrift.

Das Millennium des Mittelalters der Kirchengeschichte bietet keineswegs, wie es der Blickwinkel der Reformatoren suggeriert, nur kulturellen Abstieg und religiöse und theologische Irrwege. Im Gegenteil, die Scholastik entfaltet die Theologie zu einer ungeahnten Blüte, während Frauen und Männer der mittelalterlichen Frömmigkeitsgeschichte die altkirchlichen Formen christlichen Lebens innovativ wandelten. Auch von vielen mittelalterlichen kirchengeschichtlichen Entwicklungen, theologischen Strömungen, Personen und Ereignissen gehen Impulse für die heutige Theologie, heutige Spiritualität und heutiges kirchliches Leben aus.

Wie schon die Bibel die dunklen Seiten Gottes nicht ausser Acht lässt, so beschäftigt sich auch die Ältere Kirchen- und Dogmengeschichte mit den dunklen Seiten der Geschichte der Kirche in Altertum und Mittelalter, um aus der Kenntnis der historischen Umstände für die Gestaltung der Zukunft der Kirche zu lernen. Beachtenswerte dunkle Stellen der Älteren Kirchengeschichte reichen von den ersten Martyrien der Jerusalemer Christen bis zu den Ketzerverbrennungen des 15. und 16. Jh. und bilden eine Geschichte nicht überwundener Gewalt innerhalb der Kirche.

Methodisch unabdingbar für ein eigenständiges Verständnis der historischen und theologischen Vorgänge ist das Studium der vielfältigen Originalquellen. Dazu sind gute Kenntnisse des Griechischen erforderlich, der Sprache aller frühen Christen und der christlichen theologischen Bildung in der Zeit der Alten Kirche, Kenntnisse, die über diejenigen hinausgehen, welche für die Lektüre des in der griechischen Umgangssprache verfassten Neuen Testaments benötigt werden, sowie gute Kenntnisse des Lateinischen, der lingua franca des ganzen Abendlandes im gesamten Zeitraum der Älteren Kirchen- und Dogmengeschichte. Die Kenntnis von Englisch und Französisch ist zur Lektüre eines bedeutenden Teils der Sekundärliteratur zur Älteren Kirchen- und Dogmengeschichte Voraussetzung.

Studienziele lic.theol. (Integralstudium)

Grundstudium: HT und Latein
Vorwiegend ereignisgeschichtliche Überblickskenntnisse der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte; Kenntnisse der Methoden und Forschungsfelder der KG und deren Verhältnisse zu ihren Bezugswissenschaften und den anderen theologischen Disziplinen; Befähigung zur eigenen, auf Originalquellen- und Literaturstudium beruhenden kirchengeschichtlichen Urteilsbildung.

Hauptstudium:
Vertiefte Beschäftigung mit grundlegenden Spezialthemen der Kirchen- und insbesondere der Dogmen- und Theologiegeschichte; bewusstes Herstellen von Querverbindungen vor allem zu ST, OeK und KKK.

Studienempfehlungen lic. theol. (Integralstudium)

Grundstudium: HT und Latein
Besuch des Grundkurses „KG in Schwerpunkten“, mindestens zweier Vorlesungen zu einzelnen Epochen der KG, eines Proseminars; punktuelle Nutzung zusätzlicher Angebote wie Übungen, gemeinsame Quellenlektüre, Spezialveranstaltungen, Exkursionen etc.; Besuch des Repetitoriums KG zur Vorbereitung auf die Prüfung HT im Propädeutikum.

Hauptstudium:
Besuch dogmen- und theologiegeschichtlich ausgerichteter Lehrveranstaltungen (hierzu zählen auch die Vorlesungen zu einzelnen Epochen der KG); Vertiefung eines Spezialthemas in einem Seminar; punktuelle Nutzung zusätzlicher Angebote wie Übungen, gemeinsame Quellenlektüre, Spezialveranstaltungen, Exkursionen etc.
Im Lauf des Studiums der HT ist eine schriftliche Arbeit (Pro- oder Hauptseminararbeit) obligatorisch. Es wird empfohlen, sie während des Hauptstudiums zu verfassen, unbelastet von den Vorbereitungen auf die HT-Prüfung im Propädeutikum.

Studienziele lic.sc.theol. (Haupt-Nebenfachstudium)

HT kann im Rahmen eines Haupt- oder Nebenfachstudiums nach RHN 01 als Fach gewählt werden. Besondere Schwerpunkte (z. B. schwerpunktmässige Konzentration auf Ältere oder Neuere KG) innerhalb des Fachs HT können mit den FachvertreterInnen abgesprochen werden.

Grundstudium:
Vorwiegend ereignisgeschichtliche Überblickskenntnisse der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte; Kenntnisse der Methoden und Forschungsfelder der KG; Befähigung zur eigenen, auf dem Studium meist übersetzter Quellen und auf Literaturstudium beruhenden kirchengeschichtlichen Urteilsbildung.

Hauptstudium:
Vertiefte Beschäftigung mit selbst ausgewählten Spezialthemen insbesondere der Dogmen- und Theologiegeschichte.

Studienempfehlungen lic.sc.theol. (Haupt-Nebenfachstudium)

Grundstudium:
Besuch des Grundkurses „KG in Schwerpunkten“, sowie zweier Vorlesungen zu einzelnen Epochen der KG (davon je eine aus der Älteren und eine aus der Neuern KG), eines Proseminars; punktuelle Nutzung zusätzlicher Angebote wie Übungen, gemeinsame Quellenlektüre, Spezialveranstaltungen, Exkursionen etc.

Hauptstudium: HT
Besuch dogmen- und theologiegeschichtlich ausgerichteter Lehrveranstaltungen (hierzu zählen auch die Vorlesungen zu einzelnen Epochen der KG); Vertiefung eines Spezialthemas in einem Seminar; punktuelle Nutzung zusätzlicher Angebote wie Übungen, gemeinsame Quellenlektüre, Spezialveranstaltungen, Exkursionen etc.

Zusätzliche Informationen

Preisinformation: Die Studiengebühren betragen 600 Fr. pro Semester Die Semestergebühren betragen 34 Fr. Zusätzlich:Beitrag Vereinigung der Studierenden (SUB) 21 Fr. Studien- und Semestergebühren betragen somit für ordentliche Studierende im Normalfall insgesamt 655 Franken.