Figurentheater

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
In Stuttgart

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Wichtige informationen

  • Bachelor
  • Stuttgart
  • Dauer:
    4 Jahre
Beschreibung

Das Studium des Figurentheaters vermittelt die qualifizierte Berufsausbildung in den Bereichen des Materialtheaters, des Objekttheaters und des klassischen Puppentheaters.
Gerichtet an: Abiturierten.

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Veranstaltungsort(e)

Wo und wann

Beginn Lage
auf Anfrage
Stuttgart
Urbanstraße 25, 70182, Baden-Württemberg, Deutschland
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Häufig gestellte Fragen

· Voraussetzungen

Allgemeine Hochschulreife.

Themenkreis

Nach bestandener Aufnahmeprüfung werden in den ersten 4 Studiensemestern die Grundlagen und Basiskenntnisse des Figurentheaters vermittelt.

Neben Pflichtfächern und Kursen verläuft das Studium schwerpunktmäßig in Spielprojekten. In diesen Spielprojekten werden Szenen, Stücke und Ausdrucksmittel konzipiert, realisiert und inszeniert. Die einführenden Projekte werden in den eigenen Werk- und Probenräumen, die aufwendigeren Inszenierungen auch im hochschuleigenen Wilhelma Theater zur Aufführung gebracht.

Nach der Zwischenprüfung (4. Semester) und dem vertiefenden Studium (5. und 6. Semester) bleibt das letzte Studienjahr (7. und 8. Semester) der Entwicklung einer selbständigen Diplom-Inszenierung vorbehalten, die von einem erfahrenen Hochschuldozenten betreut und mit Diplomvor- und Diplomprüfung abgeschlossen wird.

Die Spielprojekte

Da der Figurenspieler sich in der körperlichen Distanz zu seinen Rollen befindet, ist die Fähigkeit, diese besondere Art der Darstellung mit den jeweiligen Ausdrucksmitteln abzustimmen, also zu animieren und zu inszenieren, das Zentrum der Ausbildung.
Die Anforderungen werden in den Projekten schrittweise gesteigert. Darstellung und Gestaltung beginnen zunächst im abstrakten Materialversuch. Erst gegen Ende des Studiums werden auch die hochspezialisierten klassischen Figurentechniken berücksichtigt.
Dabei wird das Abbilden von menschlichen Gestalten (Figurenbau) dem Darstellen von menschlichem Verhalten (Rollenarbeit) untergeordnet.

Zwei gattungstypische Arbeitsansätze werden verfolgt:

Die Szene interpretiert.

Die Ausdrucksmittel sind vorgegeben. Sie werden in Spiel-Improvisationen analysiert, auf die Tauglichkeit zur Rollendarstellung untersucht und in dramaturgische Handlungszusammenhänge gestellt. Gestaltlose Materialien lassen sich unmittelbar inszenieren: Die bildnerische Arbeit findet auf offener Szene statt (Material- und Objekttheater).
Vorgestaltete Materialien (Figuren, Puppen) werden mittelbar inszeniert. Hier sind unter anderem die klassischen Spieltechniken wie Marionetten, Handpuppen, Stabfiguren, Projektionsfiguren etc. angesiedelt.

Die Ausdrucksmittel interpretieren.

Die szenische Idee ist vorgegeben. Sie kann ein Bewegungsablauf (Performance), eine choreographische Skizze (Musik) oder ein Handlungskonzept (Literatur) sein, das zur darstellerischen Interpretation mit eigens herzustellenden Ausdruckmitteln führt.

Die Pflichfächer

Materialtraining (Gruppenunterricht)

Hier werden die Bewegungs- und die Ausdrucksmöglichkeiten der verschiedenen Zustände des Rollenmaterials systematisch erforscht und trainiert. Es wird schrittweise aufbauend an Animation, Rolle und Szene gearbeitet. Das Materialtraining ist das "Körpertraining" für Theaterfiguren.

Bildnerisches Gestalten (Gruppenunterricht).

In diesem Grundlagenfach wird kontinuierlich das Auge im Sehen und die Hand im Wiedergeben des Gesehenen (zeichnerisch malerisch und plastisch) geübt.

Grundlegende Techniken (Schnitzen, Modellieren, Kunststoffbearbeitung etc.) werden vermittelt. Darstellungsräume (Bühne, Licht, Farbe) werden entworfen und die in den Spielprojekten benötigten Ausdrucksmittel hergestellt und gestaltet.

Die Sprache des Figurentheaters (Einzel- und Gruppenunterricht).
Abgesehen von der notwendigen Atem- und Stimmbildung des Spielers zu Beginn der Ausbildung, berücksichtigt dieses Fach die verschiedenen Ausdrucksformen der "Zeichensprache", der "Körpersprache"; und der "Lautsprache"; des Spielers, seiner Ausdrucksmittel (Materialien, Objekte, Figuren), und beider zusammen.

Körpertraining (Einzel - und Gruppenunterricht).

Die Arbeit am eigenen Körperausdruck entspricht vergleichbaren Anforderungen des Schauspiels. Basis der Körperarbeit ist die Feldenkrais-Methode.

Im Unterschied zum Schauspiel wird mit besonderem Augenmerk die Fähigkeit zur Separation entwickelt. Der Figurenspieler muss in der Lage sein, seine Körperteile (vornehmlich die Hand als "Manipulationsinstanz") einzeln und unabhängig voneinander für in sich geschlossene Darstellungsarbeit einzusetzen.

Die Kurse

Ergänzend und im fließenden Übergang zu den Spielprojekten werden in regelmäßig wiederkehrendem Turnus Einzelkurse zu Spezialgebieten der Darstellung, aber auch zu theoretischen Fragestellungen angeboten:

Szenographie und Bühnentechniken des Figurentheaters
Theatergeschichte, Wirkungsästhetik und Dramaturgie des Figurentheaters
Figurentheater für Kinder
Figurentheater und Medien (Film, Fernsehen, Video, Computer-Animation)
Betriebspraxis für selbständige Bühnen

Die Prüfungen

Die Aufnahmeprüfung

Voraussetzung für die Aufnahmeprüfung ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Auch Bewerber ohne Abitur werden zugelassen, müssen aber zusätzlich in einer schriftlichen Prüfungsarbeit ihre Allgemeinbildung nachweisen.
Aufnahmeprüfungen finden einmal im Jahr zum Ende des Sommersemesters (Anfang Juli) statt. Anmeldeschluss ist jeweils Ende April.

Die Aufnahmeprüfung besteht aus zwei Teilen an insgesamt zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen:
Der 1. Teil (Vorauswahl) ist grundsätzlich individuell und besteht aus
- dem Vorspiel von ein bis zwei selbständig erarbeiteten kurzen Figurentheater-Szenen (zusammen max. 10 Minuten). Die Szene(n) sollen mit animierten Materialien, Objekten, Masken oder Theaterfiguren gespielt werden. Mischformen mit Schauspiel sind zulässig, selbstverständlich auch die Verwendung von Musik oder anderen Vorlagen.
- dem Vorstellungsgespräch (maximal 15 Minuten). Empfehlenswert ist das Vorlegen von Dokumenten über andere darstellerische oder bildnerische Arbeiten.

Der 2. Teil (Endauswahl) ist ein ganztägiger Workshop mit allen vorausgewählten Kandidaten (Gruppe) am letzten Prüfungstag.

Zwischenprüfung

Am Ende des 4. Semesters wird eine Zwischenprüfung abgelegt, die an eine erfolgreiche Projektteilnahme gebunden ist.

Bachelorprüfung

Nach dem 8. Semester wird die Abschlussprüfung abgelegt. In einer eigenen Inszenierung (auch Gruppenarbeiten sind möglich) wird die Bühnenreife nachgewiesen und damit der Bachelor of Arts erworben.

Bewerbungsfrist:

- Anträge auf Zulassung zum Wintersemester müssen bis zum 30. April (Ausschlussfrist), Anträge auf Zulassung zum Sommersemester bis zum 1. Dezember (Ausschlussfrist) bei der Hochschule eingegangen sein. Als fristgerecht eingereicht gelten nur die Anträge, die sämtliche nach Abs. 2 erforderlichen Unterlagen enthalten. Über Ausnahmefälle entscheidet der Rektor.