Frühe Sprachförderung nichtsprechender Kinder: Zum Einsatz von Kern- und Randvokabular in der Unterstützten Kommunikation

Zentrum für Frühförderung und Frühbehandlung e.V., Fortbild.
In Köln

90 
MwSt.-frei
Möchten Sie den Bildungsanbieter lieber direkt anrufen?
0221-... Mehr ansehen
Vergleichen Sie diesen Kurs mit ähnlichen Kursen
Mehr ansehen

Wichtige informationen

  • Kurs
  • Köln
  • Dauer:
    1 Tag
Beschreibung

Wichtige informationen
Veranstaltungsort(e)

Wo und wann

Beginn Lage
auf Anfrage
Köln
Rolshover Straße 7-9, 51105, Nordrhein-Westfalen, NRW, Deutschland
Plan ansehen

Dozenten

Jens Prof. Dr. Boenisch
Jens Prof. Dr. Boenisch
Professor für Körperbehindertenpädagogik

Themenkreis

Kinder ohne (verständliche) Lautsprache haben nach Jahren vielfacher Frustrationserlebnisse

in der Kommunikation und ggf. auch zusätzlicher wenig erfolgreich

verlaufender Artikulationstherapie häufig nur noch wenig Motivation zur Kommunikation.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Einsatz von Unterstützter Kommunikation

nicht die Entwicklung von Lautsprache verhindert (wie oft befürchtet),

sondern die Kommunikation mit alternativen Hilfen die Sprach- und Sprechentwicklung

positiv beeinflussen kann. Bei vielen Kindern ohne Lautsprache ist der

Einsatz alternativer Kommunikationshilfen insbesondere von Kommunikationstafeln,

elektronischen Hilfen und Gebärden die einzige Möglichkeit, sich verständigen

zu können.

Es fällt jedoch auf, dass sich die Kommunikation gerade bei schweren Behinderungen

vielfach auf das Zeigen (Sprechen) von Substantiven und einzelne Verben

reduziert (essen/trinken,Toilette, Auto, Ball, Puppe, spielen, singen etc.). Durch ein

Forschungsprojekt zur Wortschatzentwicklung körperbehinderter und nicht

behinderter Kinder konnte herausgefunden werden, dass bereits in der frühen

Phase der Sprachentwicklung der Anteil an Substantiven unter 20% liegt. Gleichzeitig

gibt es aber ein gemeinsames Kernvokabular, das sich offensichtlich weitgehend

unabhängig von der Behinderung entwickelt und viel häufiger und flexibler

in der Alltagskommunikation eingesetzt werden kann. Infolgedessen ist

davon auszugehen, dass auch Kinder mit schweren oder mehrfachen Behinderungen,

die nicht über Lautsprache kommunizieren, diesen Wortschatz entwikkeln

können, wenn man ihnen den entsprechenden Wortschatz anbietet.

Im Seminar wird nach einer (sehr!) kurzen Einführung in die Unterstützte Kommunikation

eine

neu entwickelte Kommunikationstafel mit Kern- und Randvokabular

vorgestellt, die diesen neuen Erkenntnissen Rechnung trägt, die häufigsten

Wörter beinhaltet und das Lernen grammatikalischer Grundstrukturen ermöglicht.

Sowohl die Auswahl der Begriffe (Symbole) als auch die Art der Vermittlung

stellt einen völlig neuen Weg in der Kommunikationsförderung von Menschen

ohne Lautsprache dar. Am Beispiel der Kölner Kommunikationstafeln und -ordner

wird eine neue Methode der Sprachförderung vorgestellt, die auch auf den Einsatz

von Gebärden oder elektronischen Kommunikationshilfen übertragbar ist.

Die TeilnehmerInnen haben Gelegenheit, die Kommunikationstafeln selbst auszuprobieren

und an Praxisbeispielen erste eigene Erfahrungen im Einsatz der Fördermaterialien

zu sammeln.Vielfältige Hinweise zum (sprach-)therapeutischen

Vorgehen im Alltag sind immanenter Bestandteil des Seminars.


Vergleichen Sie diesen Kurs mit ähnlichen Kursen
Mehr ansehen